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Bekannt aus TV & Presse

Nur der Pole bringt die Kohle!

Landflucht und keine Arbeitsplätze im ohnehin schon dünn besiedelten Osten. Ganz oben im Norden, wo die Republik aufhört, wäre nicht mehr viel los, wenn da nicht unerwartet neue Nachbarn kämen.
Ganzer Beitrag: mdr.de

Plötzlich… Deutscher!

„Die Landschaft ist wunderschön, die Hauspreise niedrig“, sagt Immobilienmakler Detlef Horn über den Landkreis Vorpommern-Greifswald. „Wer über ein wenig handwerkliches Geschick verfügt, der findet hier sein Paradies“.

An keinem anderen Ort in Deutschland kann man für so wenig Geld zu einem Eigenheim kommen wie in der Grenzregion zwischen Deutschland und Polen. Makler Detlef Horn aus Löcknitz muss es wissen, seit 20 Jahren vermittelt er gemeinsam mit seiner Frau Agnieszka verlassene Wohnhäuser an Kaufwillige. Während die Immobilienpreise auf deutscher Seite im Landkreis Vorpommern-Greifswald immer weiter in den Keller rutschen, sind sie in der polnischen Metropole Stettin so hoch wie noch nie. Die Hafenstadt expandiert, die Wirtschaft wächst, der Wohnraum wird knapp. Immer mehr Polen suchen deshalb auf der deutschen Seite ihr Traumhaus.

Seit 1989 sind ungefähr 15 Prozent der Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern abgewandert. Der Architekt Jürgen Teske arbeitet wie das Maklerehepaar Horn mittlerweile fast ausschließlich für polnische Hauskäufer. „Etwas Besseres hätte dieser Gegend nicht passieren können, die polnischen Familien bringen eine Menge Aufträge hierher“, sagt Architekt Teske. Die Reportage begleitet die Immobilienmakler und den Architekten durch das Grenzgebiet und beobachtet polnische Familien auf der Suche nach dem Schnäppchenheim und ihre aufwendigen Renovierungsarbeiten. Und plötzlich sind viele ehemalige Stettiner … Deutsche..“
Ganzer Beitrag: bildhaft.de

„ImmobilienScout24 zu Besuch bei Detlef und Agnieszka Horn, HORN IMMOBILIEN, Neubrandenburg

„Die Arbeit im deutsch-polnischen Grenzgebiet macht uns glücklich.“ – zu Besuch bei Detlef & Agnieszka Horn

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Agnieszka Horn: Lieblingstier: Schäferhund  / Lieblingsessen: Pierogi
Detlef Horn: Hobby: BVB 09 / Liebstes Urlaubsland: Griechenland

„Viele Leute denken, Neubrandenburg läge in Brandenburg. Es gibt immer wieder Anfragen von Berlinern, bei denen wir schnell herausfinden, dass sie sich eigentlich für ein Haus im Berliner Umland interessieren“, erzählt Detlef Horn amüsiert. Ich kichere etwas verschämt, denn selbstverständlich bin ich anfangs demselben Irrtum aufgesessen. „Hier in der Gegend kursiert sogar die Geschichte, dass eine große Bank irrtümlich eine Zweigstelle hier eingerichtet hat. Erst als das Management ins Auto stieg, um zur Eröffnungsfeier zu fahren, wurde allen schlagartig klar, dass der neue Sitz nicht im Speckgürtel von Berlin, sondern tief in Mecklenburg- Vorpommern lag. Die Filiale wurde nie eröffnet, heißt es“, ergänzt Agnieszka Horn lachend.

Wieder einmal sind wir in Sachen Maklerporträt unterwegs, um Makler mit besonders guten Kundenbewertungen kennenzulernen – und vor allem um etwas über die Menschen zu erfahren, die hinter diesen Leistungen stehen. Diesmal sind wir zu Besuch bei Agnieszka & Detlef Horn von Horn Immobilien in Neubrandenburg. Der Ort ist mit 63.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern und die Kreisstadt der „Mecklenburgischen Seenplatte“, des im Übrigen größten Landkreises der Bundesrepublik. Die nächste Großstadt – die an diesem Tag noch eine große Rolle spielen wird – ist das 90 Kilometer entfernte polnische Stettin.

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Vom ersten Moment an sind wir, die Fotografin Kerstin und ich, begeistert von dem wunderschönen Fachwerkhäuschen direkt gegenüber der alten Stadtmauer, in dem das Immobilienbüro der Horns untergebracht ist – genauer gesagt: eines der beiden Büros, die die beiden führen. Der zweite Sitz befindet sich in Löcknitz, einem Ort, über den wir ebenfalls noch viel hören werden an diesem Tag.

Neben dem Ladenlokal befindet sich ein Café, das uns in den nächsten beiden Stunden mit wohlschmeckendem Kaffee versorgt. Ich schwärme gleich für die Antiquitäten, die die Horns gesammelt haben, und das warme, fröhliche Gelb der Wände, an denen in einem farbenfrohen Mosaik die vermittelten Häuser prangen. „Dass es gemütlich ist, war uns sehr wichtig. Wir wollten kein steriles Büro“, sind sich die Eheleute einig.Das Haus gehörte früher zu einer Glasbläserei, später befand sich hier eine kleine Kunstgalerie“, ergänzt Detlef Horn. In diesem schönen Ambiente dürfen wir nun die Erfolgsgeschichte der Horns kennenlernen.

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 Christiane Lehmann: Lieber Herr Horn, wie hat die Geschichte von Horn Immobilien angefangen?

Detlef Horn: Ursprünglich stamme ich aus Dessau, lebe aber seit 1985 in Neubrandenburg. Nach der Wende habe ich bei einer Bausparkasse angefangen. Genauer gesagt, handelte es sich um eine Immobilien GmbH, in der vier Banken an vier Standorten vertreten waren: Pasewalk, Strasburg, Prenzlau und Neubrandenburg. Zwölf Jahre lang war ich bei dieser GmbH Geschäftsführer. 2005 sollten die Banken fusioniert und auf zwei Standorte reduziert, die Immobilien-Abteilung sollte geschlossen werden. Ich wusste: „Das ist der richtige Moment, um das zu machen, was du immer wolltest!“ So habe ich mich 2005 selbständig gemacht.

Ich habe bei der Bank immer gern gearbeitet. Den Wunsch nach Unabhängigkeit hatte ich trotzdem schon länger. Ich fand immer, dass man bei der Bank kein tieferes Gefühl für die Immobilien hatte, die vermittelt wurden, dass etwas fehlte. Das kam natürlich oft daher, dass vieles von oben gesteuert wurde. Ideen, die ich für die Standorte hatte, konnte ich deswegen nicht verwirklichen. Aus diesen Gründen war für mich klar, dass diese Situation für mich ein Wendepunkt sein würde.

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 Christiane Lehmann: Ich finde es immer spannend zu hören, wie Menschen Einschnitte positiv nutzen, um ihren Träumen zu folgen. Wie ging es bei Ihnen weiter?

Detlef Horn: 2007 habe ich das Büro hier gefunden. Das Verhältnis zu meinem ehemaligen Arbeitgeber war auch nach meiner Kündigung so gut, dass ich dort für wenig Geld die erste Ausrüstung erwerben konnte — Möbel und Technik, die mit der Fusion nicht mehr gebraucht wurden. Deswegen sind übrigens die Firmenfarben von Horn Immobilien denen der Bank nicht unähnlich.“ (lacht) Als ich anfing, lief es gleich ganz gut, denn ich hatte ja meinen Kundenstamm aus der Zeit bei der Bank. Die Trennung von der Bank war so partnerschaftlich verlaufen, dass ich später sogar meine Immobilienangebote in deren Schaufenster aushängen durfte.

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Christiane Lehmann: Von so einem harmonischen Ausscheiden hört man ja selten. Jetzt bin ich aber neugierig: Wann stießen Sie denn dazu, liebe Frau Horn?

Agnieszka Horn: 2007 gab es die ersten Vermittlungen an polnische Käufer. Da ich gebürtige Polin bin und aus Stettin stamme, wo viele der Interessenten herkamen und bis heute – kommen, bot es sich an, dass ich meinen Mann als Dolmetscherin begleitete. Zu dem Zeitpunkt war ich aber noch in einem anderen Berufsfeld tätig.

Detlef Horn: Dazu muss man wissen, dass Polen 2004 der EU beigetreten ist. 2007 erfolgte dann der Beitritt zum Schengener Abkommen. Damit waren die Grenzen auf und es war einfacher, Geschäfte miteinander zu machen. Vorher musste man an der Grenze oft zwei Stunden und länger warten. Das hat einen Austausch natürlich erschwert.

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Agnieszka Horn: Als das deutsch-polnische Grenzgebiet in den nächsten Jahren immer interessanter wurde, haben wir uns überlegt, dass ich in das Geschäft mit einsteige. 2010 und 2011 bin ich mitgelaufen, habe meinen Mann zu allen Gesprächen begleitet. Gleichzeitig habe ich die deutsche Sprache gepaukt und den Fachjargon gleich mit. Irgendwann war ich so drin, dass ich schon Angst hatte, das Polnische zu verlernen. (lacht)

Detlef Horn: Zu der Zeit sind wir gemeinsam zu vielen Weiterbildungen gefahren.

Christiane Lehmann: Horn Immobilien wurde also mehr und mehr zu einem gemeinsamen Projekt.

Agnieszka Horn: Ja, das kann man schon so sagen. Der Fokus verschob sich mit der Zeit immer mehr auf die Grenzregion. Es war spätestens dann ein Gemeinschaftsprojekt, als wir das Büro in Löcknitz aufgemacht haben. Es hat am 11.11.2011 um 11.11 Uhr eröffnet. (lacht)

Detlef Horn: Wir haben die Arbeit dann aufgeteilt. Ich habe mich in Löcknitz rausgenommen und kümmere mich um das Geschäft in Neubrandenburg. Unterstützt werde ich dort von unserer Mitarbeiterin Frau Utech.

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Christiane Lehmann: Das ist ja schon noch mal eine Entfernung von Neubrandenburg nach Löcknitz …

Agnieszka Horn: Von Neubrandenburg bis ins Grenzgebiet sind es 75 Kilometer. Mit Besichtigungen lege ich manchmal mehr als 300 Kilometer am Tag zurück. Früher bin ich übrigens sehr ungern Auto gefahren, heute finde ich es meditativ. (lacht)

 Christiane Lehmann: Über diese Entfernungen zu arbeiten, kann sich ein Großstadtmakler gar nicht vorstellen. Aber das deutsch-polnische Grenzgebiet ist auch sonst ein ganz besonderer Markt. Vielleicht stellen Sie uns Löcknitz kurz vor.

 Detlef Horn: Löcknitz war vor dem letzten Weltkrieg eine Art bäuerlicher Vorort von Stettin. Die Bauern dort haben die Städter mit Agrarprodukten versorgt. Nach dem zweiten Weltkrieg kam es zu einer Neuaufteilung. Stettin gehörte nun zu Polen und Löcknitz war von „seiner“ Stadt abgeschnitten. Landwirtschaft gab es aber auch zu DDR-Zeiten. Nach der Wende wurden die LPGs aufgelöst, seitdem herrscht dort eine hohe Arbeitslosigkeit. Die meisten jungen Leute sind weggegangen — dorthin, wo Arbeit ist. Die Einwohnerzahlen in Löcknitz – wie in der gesamten Region — sind in den Nachwendejahren drastisch gesunken. Die Region drohte auszusterben. Dementsprechend ist in dieser Gegend das Angebot an Immobilien größer als die Nachfrage. Unsere Herausforderung besteht darin, Käufer für diese Objekte zu finden.

Überhaupt ist das, was man bei Maklerschulungen lernt, in dieser Gegend oft nur bedingt anwendbar. Zum Beispiel heißt es ja, was man in sechs Monaten nicht vermarktet hat, sollte man abstoßen. Wir haben hier viele Objekte zwei, drei Jahre im Portfolio, bis sich der passende Käufer findet. Das ist für uns ganz normal.

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Christiane Lehmann: Natürlich möchten wir wissen, wer diese Käufer sind und wie Sie die Menschen finden, die hierhin ziehen. Aber erst mal interessiert mich: Was für Immobilien sind das denn in dieser Gegend und wer sind die Verkäufer?

Agnieszka Horn: Unsere Eigentümer-Kunden sind vor allem ältere Menschen, die oft schon länger alleine auf den Gehöften wohnen: nicht selten sind es Bäuerinnen, deren Männer schon vor Jahren gestorben sind. Irgendwann sind sie zu alt, um die großen Höfe zu bewirtschaften. Sie leben alleine in 150 qm großen Häusern, zu denen Grundstücke gehören, die auch noch mal 3000 oder 7000 qm groß sind. Die Äcker werden meist getrennt verkauft, an andere Bauern oder landwirtschaftliche Betriebe. Irgendwann ist es dann so weit, dass die Damen zu ihren Kindern ziehen, die oft im Westen sind. Diese Gebäude sind oft jahrzehntelang nicht mehr modernisiert worden und deswegen extrem sanierungsbedürftig. Das betrifft Elektrik, Fenster, Dach, fehlende Wärmedämmung … Entsprechend niedrig sind die Verkaufspreise.

Christiane Lehmann: Was kosten diese Höfe denn?

Agnieszka Horn: Das sind so um die 50.000 Euro.

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Christiane Lehmann: Wer sind denn die Leute, die diese baufälligen Höfe im Niemandsland kaufen?

Detlef Horn: Unsere Käufer kommen zu einem Teil aus Stettin, aber auch aus Berlin und dem Ruhrgebiet. Oft sind es Mischehen deutsch-polnischer Zusammensetzung. Die Käufer aus Stettin arbeiten meist auch dort, sind Pendler. Oft sind es junge Familien, Berufstätige aus der Mittelklasse. Sie verdienen gut, aber eben nicht genug, um sich die sehr hohen Immobilienpreise in der Stadt leisten zu können. Es ist für sie günstiger, die alten Häuser selbst zu sanieren, oft über einen längeren Zeitraum und mithilfe eines großen Netzwerks. Die Ergebnisse sind oft toll: Viele haben ihre Häuser sehr individuell gestaltet, mit großen Badezimmern, ungewöhnlichen Farben oder aufwendig gestalteten Gärten. Es findet eine extreme Aufwertung der Immobilien statt.

Christiane Lehmann: Ich höre heraus, dass sich Ihre spezielle Arbeitsweise im Grenzgebiet organisch entwickelt hat – mit der zunehmenden Nachfrage durch die jungen Städter aus Stettin.

Detlef Horn: Ja, man kann schon sagen, dass wir unsere Arbeitsweise mittlerweile sehr gut auf die besondere Situation im Grenzgebiet abgestimmt haben. Anfangs war die länderübergreifende Arbeit noch ganz provisorisch. So haben wir zum Beispiel für die Besichtigungen unsere polnischen Interessenten in einer Kneipe an der Grenze getroffen – später hatten wir das Büro in Löcknitz. Seit Jahren sind wir regelmäßig mit einem Stand auf der Immobilienmesse in Stettin vertreten. Wir sind Kooperationen mit Banken in Stettin eingegangen, so dass auch die Finanzierung über zwei Länder ohne Probleme vonstattengeht. Für Notartermine besorgen wir den Dolmetscher – das ist nämlich gar nicht so einfach, die Käufer dazu zu bekommen: Fachübersetzer für Verträge sind haftbar und kosten dementsprechend viel. Manche Käufer bringen deswegen Freunde oder Verwandte mit Deutschkenntnissen mit. Bei Laienübersetzern haben wir aber die Erfahrung gemacht, dass man wegen der Fachsprache alles doppelt erklären muss.

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Christiane Lehmann: Wie sind die Interessenten denn auf Sie gekommen? Haben die auf deutschen Portalen gesucht?

Agnieszka Horn: In der Anfangszeit waren monatliche Anzeigen in der Stettiner Zeitung unser Haupt-Kundenbringer. Und Mund-zu-Mund-Propaganda natürlich. Die Interessenten kannten jemanden, der schon über uns gekauft hatte, hatten gehört, dass es jemanden bei uns gibt, der polnisch spricht, und dass wir uns kümmern. Nach den ersten Vermittlungen haben wir dann in polnischen Portalen inseriert. Sobald das Exposé online war, klingelte meist sofort das Telefon. Wir hatten also auch gar keine Zeit für Zweifel – lohnt es sich, lohnt es sich nicht „Wir haben einfach gemacht.“

Christiane Lehmann: Das stelle ich mir nicht einfach vor: Da ziehen also Berufstätige um die dreißig und junge Familien, Städter, dazu noch mit polnischer Muttersprache, aus der pulsierenden Großstadt Stettin in das sehr ländlich geprägte Uecker-Randow Gebiet. Wieso funktioniert das so gut?

Agnieszka Horn: Die Entscheidung in der Familie für diesen Schritt nach Deutschland ist immer schwierig, das weiß ich ja von mir selbst (lacht). Anfangs war es nicht sehr verkaufsfördernd, dass es auf der deutschen Seite kein Netz gab — weder Mobilfunk noch Internet. Deswegen sind damals einige Interessenten abgesprungen. Von wegen „fortschrittliches Deutschland“ (lacht). Die polnischen Mobilfunknetze sind in dieser Region besser als die deutschen, so ist man bereits 10 Kilometer vor der Grenze im polnischen Netz.

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Christiane Lehmann: Ohne Funknetz war es ja auch kompliziert mit den Besichtigungen. Absagen, Verspätungen, jemand, der den Weg nicht findet – all das konnte man ja nicht kommunizieren. Gerade bei den großen Entfernungen, die Sie zurücklegen, ist ja ein halber Tag weg, wenn man umsonst zu einem Besichtigungstermin fährt.

Agnieszka Horn: Das stimmt. Anfangs haben wir Besichtigungen im Grenzgebiet ausschließlich samstags und sonntags durchgeführt, um an den übrigen Tagen die andere Arbeit erledigen zu können. Zum Glück gibt es seit einigen Jahren auch im hier Mobilfunk und eine schnelle Internetverbindung. Heute nutzen wir SMS, Facebook oder WhatsApp, um mit den Interessenten in Kontakt zu bleiben und das klappt auch gut.

Christiane Lehmann: Der technologische Rückstand auf deutscher Seite wurde also mittlerweile aufgeholt und macht die Gegend attraktiver. Worin unterscheidet sich Ihre Arbeit in Löcknitz noch von der in Neubrandenburg?

Agnieszka Horn: Bei den deutschen Kunden endet unsere Arbeit bei der Hausübergabe. Bei unseren polnischen Käufern fängt sie da erst an! Wir kümmern uns oft um die ganze Bürokratie, die ein Umzug mit sich bringt: von der Anmeldung des Telefons über Müll, Wasser, Strom oder die Anmeldung der Kinder im Kindergarten. Ich habe auch schon einen Hund angemeldet. (lacht)

Christiane Lehmann: Das ist ja noch mal ein großer extra Brocken Arbeit, zusätzlich zu den langen Autofahrten! Dass Ihre Kunden das wirklich große Engagement zu schätzen wissen, kann man ja an Ihren tollen Bewertungen ablesen. Aber trotzdem: Wie funktioniert nun die Eingliederung der jungen Städter in die ländlich geprägte Bevölkerung des Grenzgebiets?

Detlef Horn: Vieles wird heute auch von den Gemeinden getan. In Löcknitz wurde letztens eine zweite, große Kita gebaut, einfach weil mittlerweile genügend Kinder da sind. Durch den Zuzug der polnischen Familien wurde dem Ort noch mal neues Leben eingehaucht.

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Agnieszka Horn: Die meisten Polen sprechen ja sowieso ein paar Brocken Deutsch, weil Deutsch in Polen Schulfach ist. In Löcknitz gibt es außerdem ein deutsch-polnisches Gymnasium. Inzwischen werden auch Deutschkurse angeboten, extra für Menschen aus Polen, und es gibt private Initiativen wie zum Beispiel zweisprachige Tandems, zu denen sich Leute zusammen tun, um jeweils die Sprache des anderen zu erlernen. Um das Kennenlernen zwischen den Menschen zu erleichtern, stelle ich den Alteingesessenen meistens die neuen Nachbarn vor. Das klingt dann erst mal für ungeübte Ohren etwas rau, wenn sie fragen: „Wer ist das denn? Und was machen die?“, aber dann kommt meist etwas wie: „Sag ihnen, nächste Woche ist Erntefest!“

Christiane Lehmann: Was ich heraushöre ist ja, dass Sie mit Ihrer Arbeit einen kleinen Beitrag für die Region leisten.

Agnieszka Horn: Ja, das ist schon so. Löcknitz ist einer der wenigen Orte in der Region, der wachsende Bevölkerungszahlen aufweisen kann. Und mich macht es einfach glücklich, dass wir dazu beitragen können, dass der Ort sich weiter entwickelt. Wenn ich heute durch Löcknitz gehe, höre ich von vielen Seiten: „Hallo Agnieszka!“ Und wenn ich antworten kann: „Hallo Laura, hallo Alizia, hallo Pjotr!, dann ist es genau das, was ich an meiner Arbeit liebe. Ich freue mich immer sehr, wenn ich meine Schäfchen wiedersehe! Man ist ja über die Jahre beim Du. Wenn ich Zeit habe, halte ich auf einen Schwatz an, zum Schnattern.

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Christiane Lehmann: Die außergewöhnliche Entwicklung in Löcknitz hat ja auch die Aufmerksamkeit des NDR auf sich gezogen. Ich habe die Reportage gesehen, in der auch ein Kunde von euch gezeigt wird, den man sich auf den ersten Blick nur schwer in der Gegend vorstellen kann …

Agnieszka Horn: Das ist Pjotr (lacht). Wir betreuen ihn seit über sieben Jahren und sind fast ein bisschen befreundet. Er war einer der ersten polnischen Übersiedler in Löcknitz. Er ist Tätowierer in Stettin, macht viel Sport und lebt vegan. Manchmal kommt die Mama für ein paar Wochen zu Besuch und wohnt bei ihm.

Detlef Horn: Ich glaube, der erste Kontakt zu ihm entstand 2009, über eine Zeitungsanzeige. Pjotr wollte raus aus der Stadt aufs Land und hat eines der sanierungsbedürftigen Häuser gekauft. Er hat uns über die Jahre schon einige Male weiterempfohlen, wenn er von seinen Tattoo-Kunden gehört hat, dass sie überlegen, sich eine Immobilie zu kaufen.

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Agnieszka Horn: Er hat an seinem Haus alles selbst gemacht, das hat mehrere Jahre gedauert. Seitdem braucht er immer mal wieder unsere Hilfe. Er kann nur wenig Deutsch und kokettiert ein bisschen damit, dass er zu alt sei, um eine neue Sprache zu lernen. Und dann muss Öl nachgefüllt oder Kies bestellt werden, oder es sind Anrufe bei Ämtern oder der Versicherung zu erledigen … er meldet sich bei mir, ich komme dann bei ihm vorbei, löse die Probleme und wir reden bei einem Tee und Biokeksen über Gott & die Welt. (lacht)

Und obwohl er nur wenig Deutsch spricht, ist er trotzdem integriert. Er ist zu allen Nachbarn nett und freundlich. Als ich letztens an seinem Haus vorbei ging, sprach mich seine Nachbarin an, eine Dame, weit über Sechzig. Sie geriet richtig ins Schwärmen: „Also, wenn der Pjotr im Garten arbeitet, mit nacktem Oberkörper, das ist schon schön anzusehen. So ein attraktiver Mann!“

Christiane Lehmann: Ich bin total begeistert davon, wie Sie es schaffen, Menschen zusammenzubringen. Neben Ihrer auf die Region abgestimmten Arbeitsweise glaube ich, dass Sie so oft weiterempfohlen werden, weil man spürt, mit welcher Herzenswärme die Menschen, mit denen Sie zusammenkommen, empfangen werden. Aber ich frage mich auch: Wenn die Verkaufspreise so niedrig liegen und so viel Arbeit daran hängt: Kann man sich das leisten?

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Detlef Horn
: Deswegen haben wir die beiden Standbeine: In Neubrandenburg herrscht Nachfrage. Immobilien werden gesucht, entsprechend schnell wird verkauft. Hier erzielen wir hohe Preise. Aber auch wenn wir im Grenzgebiet nicht so viel an einer Vermittlung verdienen: Die Arbeit dort bereitet uns beiden sehr große Freude. Es ist so ein herzlicher Kontakt mit den Leuten. In Löcknitz veranstalten wir manchmal kleine Feste, im Sommer oder zu Weihnachten, wo wir alle mit Kind und Kegel beisammen sitzen. Das machen wir ohne wirtschaftliche Hintergedanken: Wir bedanken uns fürs letzte Jahr und wollen das zusammen mit den Menschen dort feiern.

Agnieszka Horn: Aus unserer Arbeit heraus sind viele persönliche Freundschaften entstanden, in Löcknitz wie auch in Neubrandenburg. Ich habe in Neubrandenburg mittlerweile mehrere Freundinnen, die ich über Vermittlungen kennengelernt habe.

Christiane Lehmann: Noch eine letzte Frage, von der ich gar nicht weiß, ob sie zu privat ist, brennt mir unter den Fingernägeln: Sie beide wirken so harmonisch und verbunden – wann sehen Sie sich überhaupt, wenn Sie beide so weit entfernt voneinander arbeiten, nicht selten auch am Wochenende?

Detlef Horn: In der Woche sehen wir uns tatsächlich nicht vor 20 Uhr. Den Samstag verbringen wir dafür gemeinsam in unserem Büro in Löcknitz, und den Tag machen wir uns auch richtig schön.

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Agnieszka Horn: (lacht) Und wir haben eine eiserne Regel: Auf dem Sofa dürfen wir über den Beruf sprechen, aber im Schlafzimmer ist Schluss.

Christiane Lehmann: Ich bedanke mich bei Ihnen beiden für das wunderbare Gespräch, in dem ich sehr viel über eine fast vergessene Region gelernt habe. Ich finde es bewundernswert, wie Sie mit Ihrer Arbeit einen Teil dazu beitragen, dass verschiedene Menschen es schaffen, miteinander zu leben. Das ist in diesen Zeiten keine kleine Sache.

Nach unserem Gespräch gibt es noch eine Stadtführung durch Neubrandenburg. Die Horns zeigen uns zwei der vier mittelalterlichen Stadttore, begehen mit uns die im Stil des sozialistischen Realismus errichtete Innenstadt (die alte City fiel dem Krieg zum Opfer). Zusammen erklimmen wir den Turm des Hauses der Kultur und der Bildung und genießen an dem klaren Sommertag die Aussicht auf Neubrandenburg und Umland und ich lasse mir natürlich zeigen, in welcher Richtung Löcknitz liegt. Wir schaffen außerdem noch einen Abstecher zum Tollensesee, an dessen Nordufer die Stadt liegt und lassen uns ein Lüftchen um die Nase wehen.

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Zurück am Bahnhof überraschen uns die Horns zum Abschied mit einer polnischen Süßigkeit und einem Blümchen für jeden. Gerührt lassen wir uns nach einem erfüllten und erfahrungsreichen Tag in die Sitze des Zuges sinken und naschen das Geschenkte (weshalb es auch — anders als ursprünglich gedacht — davon kein Foto gibt).

Übrigens: Wenn Sie einen ebenso ausgezeichneten Makler in Ihrer Region suchen, schauen Sie in unserem Branchenbuch nach!

© Bilder aus Neubrandenburg: Kerstin Müller

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